01 Aug

Ist das Anzeigen-schalten „antiquiert?“

Ja, ich gestehe es: Wir sind so „old-fashioned“, Kunden zuweilen sogar das Schalten von Anzeigen in Printmedien zu empfehlen – beispielsweise, wenn es um das Vermarkten von offenen Trainer- und Beraterausbildungen geht.

 

So zum Beispiel unserem Kunden Dr. Kraus & Partner (K&P) vor wenigen Wochen. Der startet im Herbst die nächsten fünf Staffeln seiner „Ausbildung zum Agile Coach und Transformation Consult“ und da in der „Noch-Corona-Zeit“, die Leute noch recht zögerlich mit Anmeldungen zur Präsenz-Veranstaltungen sind, reifte bei ihm die Erkenntnis: „Wir sollten vielleicht etwas mehr als bei den früheren Staffeln für deren Vermarktung tun.“

 

Deshalb fragte er bei uns an: „Sollen wir in der August- und eventuell auch Septemberausgabe der Zeitschrift ‚managerSeminare‘ eine Anzeige schalten?“ Meine spontane Antwort lautete „ja“ – zumal K&P, sofern es sich sehr kurzfristig entschied, die U2, also die Umschlagseite 2 zu einem Vorzugspreis angeboten wurde. Eine bessere Platzierung im Heft gibt es nicht.

 

Zentrale Frage: Was soll an wen vermarktet werden?

Anzeige Agile-Coach-Ausbildung von K&P

Der Grund, warum ich bei der K&P-Frage keinen Moment mit der Antwort zögerte, ist: Zu einer offenen Trainer- oder Coachaus- bzw. -weiterbildung kann sich zwar nicht „Hinz und Kunz“ anmelden, doch jeder, der das nötige Vorwissen und die erforderliche Vorerfahrung hat.

 

Hierbei kann es sich, um Angestellte von Unternehmen handeln, die sich weiterbilden oder beruflich verändern möchten, um Selbstständige, die ihr Kompetenz- und Leistungsspektrum erweitern möchten, und, und, und …. Die Gruppe der potenziellen Teilnehmer ist so groß und diffus, dass sie adressmäßig gar nicht erfasst werden kann und  und sogar – wenn es die Datenschutz-Grundverordnung (DGSVO) nicht gäbe – per nicht Mail beworben werden kann.

 

Deshalb ist es gerade bei offenen Veranstaltungen, die zu einem definieren Zeitpunkt stattfinden, oft ökonomischer (unter anderem) Anzeigen zu schalten, als in mühevoller Kleinarbeit zunächst Kontakte und Adressen zu sammeln, um dann die Veranstaltungen online zu bewerben. Hinzu kommt, bis die erforderliche Grundmenge von Kontakten zur Verfügung stünde, um diese erfolgreich zu bewerben, wäre die betreffende Veranstaltung in der Regel schon vorüber. (Auch weil deren Anbietern meist recht spät einfällt: Ups, ich muss meine Veranstaltung ja auch bewerben.)

 

Alle Marketingtools haben ihre Stärken – und Schwächen

Aus meiner Warte gelten Anzeigen speziell in Printmedien bei vielen Trainern, Beratern und Coaches zu Unrecht als „antiquiert“. Sie haben ebenso wie alle anderen Marketingtools ihre spezifischen Stärken und Schwächen, und wer sie gezielt und bewusst nutzt (oder nicht nutzt) kann so durchaus seinen Marketingerfolg steigern. Deshalb hier nochmals einige „Uralt“-Tipps von uns zum Thema Anzeigen-schalten, die ich leicht aktualisiert habe.

 

 

Anzeigen konzipieren und schalten

– 13 Tipps nicht nur für Trainer, Berater, Coaches

 

Anzeigen in Print- und Online-Medien haben gegenüber anderen Marketinginstrumenten mehrere Vorteile. Mit ihnen können sich Freiberufler wie Berater, Trainer und Coaches auch eine hohe Bekanntheit bei Zielgruppen aufbauen, die adressmäßig nur schwer zu fassen sind. Außerdem können sie mit ihnen Teile des Marketings standardisieren.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 1:

Anzeigen in Print- und Onlinemedien haben drei Vorzüge.

  • Erstens: Sie entscheiden (und nicht ein Redakteur), wann wo was und wie erscheint.
  • Zweitens: Sie können mit Anzeigen regelmäßig in ein- und demselben Medium präsent sein und so speziell bei Printmedien dafür sorgen, dass sich Ihr Name allmählich in den Köpfen Ihrer Zielkunden unter deren Lesern verankert.
  • Drittens: Sie können mit Anzeigen Teile Ihres Marketing- und Verkaufsprozesses standardisieren – und so zum Beispiel verglichen mit der PR-Arbeit und der permanenten Content-Produktion für die Social Media viel Zeit sparen.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 2:

Mit Anzeigen können Sie nur die Aufmerksamkeit und das Kaufinteresse potenzieller Kunden wecken – entsprechend sollten Sie diese gestalten. Um die Kunden zur Kaufentscheidung zu führen, sind andere Instrumente nötig (z.B. aussagekräftige Texte auf Ihrer Webseite, Projektbeschreibungen).

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 3:

Prüfen Sie vor dem Anzeigenschalten genau, über welche Medien Sie Ihre Kunden erreichen. Print- oder Online-Medien? Fachzeitschriften oder regionale Tageszeitungen bzw. Anzeigenblätter?

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 4:

Prüfen Sie (insbesondere, wenn Sie wie zum Beispiel Anbieter von Berater- und Trainer-Ausbildungen Ihre Zielkunden adressmäßig nicht erfassen können), ob Sie nicht zum Beispiel AdWords-Anzeigen bei Google oder Fachzeitschriften, die von Ihren Zielkunden gelesen werden (z.B. managerSeminare oder wirtschaft+ weiterbildung) für Ihre Leistungen schalten sollten.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 5:

Checken Sie jedoch, bevor Sie zum Beispiel AdWords-Anzeigen schalten, ob Sie Ihr Ziel „Gefunden werden“ (mittelfristig) nicht auch durch ein Optimieren Ihrer Webseite erreichen können.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 6:

Konzipieren Sie Ihre Anzeigen so, dass sie die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden wecken – zum Beispiel, indem Sie in Ihre Anzeigen in Printmedien ein ausgefallenes Foto, eine provokante Karikatur oder einen kecken Spruch integrieren. Und in den Kurztext einer AdWords-Anzeige? Möglichst drei, vier Schlagworte, die glasklar den Nutzen beziehungsweise die Vorzüge Ihrer Leistung für Ihre Zielkunden benennen.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 7:

Eine Anzeige ist kein Prospektersatz. Streichen Sie aus dem Anzeigentext alle (Detail-)Infos, die keine wichtigen Kaufargumente sind und die Sie Interessenten noch geben können, wenn diese mit Ihnen Kontakt aufgenommen haben – zum Beispiel: Details zum Seminarablauf und -preis. Auch Ihre Postadresse ist meist überflüssig. Ein Hinweis auf die Webadresse genügt, sofern dort Ihr Angebot leicht zu finden ist.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 8:

Bevorzugen Sie, sofern möglich, beim Anzeigenschalten Medien, in denen sich nicht die Masse Ihrer Mitbewerber präsentiert. Entsprechendes gilt für das Schalten von AdWords-Anzeigen. Schalten Sie möglichst keine Anzeigen auf Begriffe, für die auch viele andere Anbieter AdWords-Anzeigen schalten. Geben Sie Ihr Geld lieber für zwei, drei weniger umkämpfte und somit günstigere Begriffe aus, selbst wenn diese seltener gesucht werden.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 9:

Schalten Sie in (Fach-)Zeitschriften lieber sechs Mal im Jahr eine die Aufmerksamkeit weckende Anzeige als zwölf Mal eine Anzeige, die kaum registriert wird.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 10:

Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung, ob Sie bei Ihrem Marketing eher auf Anzeigen oder auf Pressearbeit oder Mailings setzen, auch die Arbeitszeit, die Sie dadurch sparen, dass Sie beim Anzeigenschalten Teile Ihres Marketingprozesses standardisieren können und nicht stets neue Artikel(-varianten) oder Blogbeiträge schreiben und einen großen Adresspool aufbauen und pflegen müssen.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 11:

Orientieren Sie sich bei Ihrer Entscheidung für ein Printmedium primär am Kriterium: Welchen Stellenwert hat dieses Magazin in meiner Zielgruppe und wie intensiv wird dieses von ihr gelesen? Ein Indikator hierfür ist der Anteil der abonnierten Exemplare an der verbreiteten (nicht gedruckten) Auflage.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 12:

Überlegen Sie speziell als regionaler Anbieter, ob es nicht günstiger und effektiver wäre, einem Magazin in bestimmten Postleitzahlbereichen einen Prospekt beizulegen als eine Anzeige zu schalten.

 

Anzeigen schalten – Berater-Tipp 13:

Unterschätzen Sie als lokaler Anbieter (zum Beispiel von Coachings) nicht die Werbewirksamkeit der lokalen Anzeigenblätter. In ihnen können Sie oft mit Kleinstanzeigen eine hohe Wirkung erzielen – selbst wenn die Leute sie nur auf der Toilette lesen.

Wünschen Sie mehr Infos über die Autoren dieses Blog-Beitrags und die Leistungen der PRofilBerater, dann klicken Sie hier. Möchten Sie künftig über neue Blog-Beiträge informiert werden? Wenn ja, dann senden Sie uns bitte eine Mail.