06 Nov

Blog oder nicht Blog?

„Mir (bzw. uns) sagten Sie, wir sollen keinen Blog starten, und nun starten Sie selbst einen Blog.“ Solche Aussagen hörten wir in den vergangenen Wochen von Kunden, nachdem unser Beratermarketing-Blog online ging. Das stimmt! Wir haben in den letzten Jahren viel häufiger Beratern von einem Blog abgeraten, als dass wir sagten: „Ja, machen Sie es.“

 

Aus folgenden Gründen

  1. Das Marketingkonzept eines Beraters muss zu dessen Geschäftsfeld und Zielgruppe passen.
  2. Es muss in seinen Arbeitsalltag integrierbar sein. Und :
  3. Es muss berücksichtigen, dass die Ressourcen an Zeit und Geld jedes Beraters begrenzt sind. Deshalb ist es meist sinnvoll, auf gewisse „nice-to-have“-Maßnahmen im Marketing-Bereich bewusst zu verzichten, weil andere Maßnahmen wichtiger beziehungsweise zielführender sind.

 

Berater-Blogs fressen viel Zeit

Die meisten Berater unterschätzen total die Zeit, die es erfordert, einen Blog zu betreiben – also regelmäßig, das heißt alle ein, zwei Wochen einen Blog-Beitrag zu verfassen, der für die Zielkunden des Beraters interessant ist und in dem sich dessen Kernkompetenz widerspiegelt. In ein, zwei Stunden ist ein solcher Beitrag selten verfasst, insbesondere wenn der Anspruch lautet: In den Blog-Beiträgen soll sich auch widerspiegeln, dass ich ein „Experte für …“ sowie ein Premiumanbieter bin. Hinzu kommen Aufgaben, wie den Beitrag hochladen, für die Suchmaschinen optimieren sowie die Adressanten über solche Kanäle wie Facebook, Google+ oder Xing über den neuen Blog-Beitrag zu informieren. Einen halben Arbeitstag kann man deshalb für einen guten Blog-Beitrag locker kalkulieren.

 

Hinzu kommt: Viele Berater sind die meiste Zeit auf Achse – anders als wir, die PRofilBerater, die weitgehend Schreibtischtäter sind. Und abends oder am Wochenende? Dann haben sie meist wenig Lust, sich hinzusetzen und zum Beispiel Woche für Woche einen Blogbeitrag zu schreiben. Und wenn doch? Dann spürt man als Leser häufig: Der Berater hätte eigentlich lieber mit seiner Familie gechillt oder wäre mit Freunden ins Kino gegangen – so blutleer ist der Schreibstil oder für die Zielgruppe belanglos sind die Inhalte. Wenn dies so ist, sollte man auf den Blog-Beitrag besser verzichten.

 

Berater-Blogs müssen „vermarktet“ werden

Deshalb raten wir gerade Einzeltrainern oder -beratern meist von einem Blog ab. Denn sonst haben sie schnell eine lästige Dauerbaustelle am Hals – außer sie beauftragen einen Spezialisten wie uns, ihre Blog-Beiträge zu schreiben oder ihren Blog zu pflegen. Das kostet jedoch Geld. Und das für den Blog ausgegebene Geld steht nicht mehr für andere, eventuell zielführendere Marketing-Maßnahmen zur Verfügung. Also sollten Berater sich genau überlegen: Will ich wirklich Zeit oder Geld in einen Blog investieren?

 

Auch aus folgenden Grund: Viele Berater hegen die Illusion „Wenn ich einen inhaltlich guten Blog habe, dann hat dieser fast automatisch Besucher – schließlich suggerieren dies viele Apologeten des viralen Marketings. Ein absoluter Nonsens! Denn warum sollte jemand zufällig auf den Blog eines Beraters kommen, den fast niemand kennt? Und wer sollte die häufig erträumte „Mundpropaganda“ entfachen?

 

Berater-Blogs müssen „optimiert“ werden

Für Blogs gilt ebenso wie für die Webseiten von Beratern: Nur weil sie im Netz stehen, haben sie noch lange keine Besucher. Denn ein Blog ist faktisch nichts anderes als eine Webseite. Also muss er ebenso gepuscht, optimiert und promotet werden wie die Homepage eines Beraters. Und das fällt den meisten Beratern schon schwer. Warum sich also neben mit dem Blog noch einen „Block“ ans Bein hängen?

 

Obige Aussagen sind kein generelles Votum gegen Blogs. Zuweilen motivieren wir Berater sogar über Blogs nachzudenken. So zum Beispiel so manchen Anbieter von Trainer-, Berater- oder Coachausbildungen, die die potenziellen Teilnehmer ihrer Ausbildungen namentlich und adressmäßig nicht erfassen können und – sofern sie schon einige Jahre am Markt sind – schon eine recht hohe Zahl von ehemaligen Teilnehmern haben, mit denen sie kostengünstig Kontakt halten möchten.

 

Blog mit Social-Media verknüpfen

Für sie kann ein Blog ein Forum sein, um potenziellen Teilnehmern an ihren Aus- und Weiterbildungen ihre Kompetenz zeigen und so indirekt für ihre Ausbildungen zu werben. Dasselbe gilt für Anbieter offener Seminare. Auch für sie kann ein Blog ein interessiertes Marketinginstrument sein – sofern dieser über andere Kanäle wie Facebook, Xing oder LinkedIn noch promotet wird.

 

Berater sollten bei ihren Marketing-Entscheidungen stets bedenken: Ihre Ressourcen an Zeit und Geld sind begrenzt. Deshalb sollten sie auf so manches Marketing-Tool, das zu viele Ressourcen bindet und nur „nice to have“ ist, verzichten. Auch wir würden unseren Beratermarketing-Blog sofort wieder abschalten, wenn wir irgendwann registrieren würden: Er frisst zu viel Zeit beziehungsweise die Kosten-Nutzen-Relation stimmt nicht.

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