07 Jan

Zahlen Sie brav die KSK-Beiträge für Ihre Marketingberater?

Seit einigen Tagen trudeln bei uns täglich via LinkedIn mehrere Glückwunsch-Schreiben zu unserem angeblichen Firmenjubiläum ein.

 

Bei den ersten Schreiben dachte ich: „Warum gratulieren mir bzw. uns die Leute? Meine Firma existiert doch seit fast 27 Jahren. Eine runde Zahl ist das nicht!“

 

Personengesellschaft in eine GmbH umgewandelt

Doch nach zwei, drei Tagen fiel mir ein: „Richtig, vor 10 Jahren habe ich meine damalige Personengesellschaft in eine GmbH umgewandelt.“ Dieser Schritt war für unsere Alltagsarbeit jedoch so unbedeutend, dass ich das Ereignis schlicht vergessen habe. Woher LinkedIn diese Info hat, ist mir jedoch ein Rätsel. Anscheinend wurden hier mal wieder Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander verknüpft.

 

KSK forderte von unserem Kunden eine hohe Nachzahlung

Der einzige Grund, mein Unternehmen vor 10 Jahren in eine GmbH umzuwandeln, war übrigens: Einer unserer Schlüsselkunden, der uns heute noch treu ist, wurde nach einer Steuerprüfung aufgefordert, einen fünfstelligen Euro-Betrag für die Leistungen, die wir ihm im Verlauf mehrerer Jahre in Rechnung gestellt hatten, an die Künstlersozialkasse, kurz KSK, nachzubezahlen. Diese „Umlage“, die bei Grafikern, Textern, Fotografen usw., deren Unternehmen keine juristische Person ist, von deren Kunden eigentlich stets zu entrichten ist, konnten wir damals nicht abwehren: Unser Kunde musste „blechen“ (die Hälfte der Kosten übernahmen jedoch zähneknirschend wir).

 

Um für die Zukunft zu vermeiden, dass unsere Kunden KSK-pflichtig sind, wandelte ich danach mein Unternehmen in eine GmbH um. Eine andere Möglichkeit gab es nicht (siehe auch diesen Blogbeitrag). Deshalb feiern wir aktuell – laut LinkedIn – ein Firmenjubiläum.

 

Fragen Sie mal Ihren Steuerberater zum Thema KSK?

Den meisten Trainern und Beratern, Coaches und Speakern ist nicht bewusst, dass sie, wenn sie zum Beispiel schreiberische oder gestalterische Leistungen von Freelancern einkaufen, eigentlich auch stets Beiträge an die KSK entrichten müssten – um nicht irgendwann steuerrechtlich abgestraft zu werden. (Dies gilt auch dann, so paradox dies klingt, wenn ihre Dienstleister keine Nutznießer der KSK-Leistungen sind.) Darauf weisen die Freelancer und Inhaber von Personengesellschaften ihre Kunden jedoch auch fast nie hin.

 

Deshalb mein Tipp: Lassen Sie mal von Ihrem Steuerberater checken, ob Sie für die Marketing- und Kreativ-Leistungen, die Sie einkaufen, KSK-Beiträge entrichten müssen. Sonst kann das Erwachen bitter sein, denn im Laufe der Jahre laufen hier oft erkleckliche Summen auf.

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