28 Aug

Eine separate Buch-Webseite – wozu?

„Bitte checken Sie mal die Landingpage meines neuen Buchs, bevor sie online geht.“ Mit diesem Anliegen wandte sich diese Woche ein Berater an uns. Also betrachtete ich mir die Seite und stellte zunächst fest: Die sogenannte Landingpage ist faktisch eine separate Webseite. Und für deren Texte und Layout gab der Berater offensichtlich schon einige tausend Euro aus. „Gute Bilder, klare Botschaften, knackige Texte“ – dieses Feedback gab ich denn auch dem Berater. Doch unklar ist mir bis heute: Wozu braucht der Berater für das Vermarkten seines Buchs überhaupt eine eigene, separate Webseite?

 

„Eine Landingpage (auch Landing-Page, selten auch Marketingpage) ist eine speziell eingerichtete Webseite, die nach einem Mausklick auf ein Werbemittel oder nach einem Klick auf einen Eintrag in einer Suchmaschine (Google, Bing, u.a.) erscheint.“ Das kann man bei Wikipedia lesen. Und offensichtlich erachten immer mehr Verlage, Werbeagenturen und Berater eine solche „speziell eingerichtete Webseite“ als unverzichtbar, wenn es um das Vermarkten eines Buchs geht.

 

Landingpages sind oft eine zweite Webseite

Dagegen wäre nichts einzuwenden, würden nicht viele Werbeagenturen statt einer echten Landingpage, sprich Unterseite auf der bestehenden Firmenwebseite, eine zweite Webseite für den Berater konzipieren, die sie dann als Landingpage für das Buch bezeichnen. Zumindest begegnen wir in unserer Alltagsarbeit immer häufiger Beratern, die uns im Erstkontakt sagen: „Und außer meiner Firmenwebseite habe ich noch eine zweite Webseite für mein Buch.“ Doch wozu eine solche separate Webseite gut ist und welchen Mehrwert sie einem Berater – oder dessen potenziellen Kunden – bietet, das konnte uns bisher noch niemand erklären. Vermutlich wird dies auch künftig so sein.

 

Warum? Das möchte ich am Beispiel des Beraters, der uns kontaktierte, erläutern, dessen „Landingpage“ faktisch auch eine zweite Webseite ist. Nennen wir ihn „Hugo Emsig“. Also könnte der Domainname seiner Firmenwebseite lauten: www.emsig-managementberatung.de. Und dieser Berater hat nun ein Buch, sagen wir mit dem Titel „Arbeite weniger, verdiene mehr“ geschrieben. Und für das Promoten dieses Buchs hat er eine eigene Webseite www.arbeite-weniger-verdiene-mehr.de kreiert. Welchen Benefit hat der Berater von einer solchen Webseite? Wird durch ihre Existenz ein Redakteur mehr dazu veranlasst, eine Rezension des Buchs zu schreiben? Nein, denn dafür müsste er erst Mal die neue Webseite kennen. Also muss der Berater weiterhin die relevanten Redaktionen anschreiben und ihnen mitteilen: „Ich habe ein neues Buch mit dem Titel ‚Arbeite weniger, verdiene mehr‘ publiziert. Ist diese Info für Ihre Leser interessant? Soll ich Ihnen ein Besprechungsexemplar senden?“

 

Landingpages z.B. für Bücher haben keinen Mehrwert

Und verkauft der Berater durch die Existenz der separaten Webseite ein zusätzliches Buch? Nein! Denn auch hierfür gilt: Hierfür müssen die potenziellen Käufer erst Mal um die Existenz dieser Seite wissen und sie besuchen. Also bleibt dem Berater nichts anderes übrig als zum Beispiel seine Zielkunden, deren Adressen er in seiner Datenbank gespeichert hat, anzuschreiben und ihnen mitzuteilen: „Ich habe ein neues Buch geschrieben. Wenn es Sie interessiert, besuchen Sie die Webseite www.arbeite-weniger-verdiene-mehr.de.“

 

Doch warum diesen Umweg gehen? Warum, wenn das Ziel Buchverkauf lautet, die Zielpersonen nicht direkt auf die betreffende Amazon-Seite (oder Verlagsseite) verweisen, wo alle relevanten Buchinfos stehen? Und wenn das Buch letztlich nur ein Instrument ist, um den Berater zu promoten? Wäre es dann nicht zielführender, in die Firmenwebseite des Beraters ein, zwei Unterseiten für das Buch zu integrieren und die potenziellen Buchkäufer – sei es per Mail oder in den sozialen Medien – auf diese Unterseiten zu verweisen statt auf eine separate Buch-Webseite? Vermutlich ja, denn dann könnten die Besucher, wenn sie ohnehin bereits auf der Webseite des Beraters sind, sich sogleich über dessen sonstige Leistungen informieren und ihn, sofern Bedarf besteht, kontaktieren.

 

Lieber eine „starke“ Webseite“ als zwei „schwache“

In der Praxis führt das Einrichten einer separaten Webseite zum Beispiel für das Promoten eines Buch nur dazu, dass der Berater plötzlich zwei Webseiten hat: eine Firmenwebseite, die man aufgrund ihrer Optimierung für Suchmaschinen mehr oder weniger gut findet, und eine Webseite für das Buch, die aufgrund der in der Regel fehlenden SEO-Optimierung und weil keine Links auf sie verweisen, potenzielle Kunden nur finden, wenn man sie mit der Nase, sprich per Mail oder Social-Media-Nachricht darauf stößt. Und wenn der Berater die Buch-Webseite doch für die Suchmaschinen optimiert? Dann führt dies meist zu einer Verzettelung, weil der Berater nun zwei Webseiten pflegen, promoten und optimieren muss.

 

Dasselbe gilt übrigens stets, wenn Berater zwei oder mehr Webseiten haben – zum Beispiel eine Webseite für ihre Beratungs- und eine für ihre Coachingleistungen. Oder eine Webseite für Firmenkunden und eine für Selbstzahler. Das Ergebnis ist meist, dass der Berater zwei oder mehr Webseiten hat, die man mittelmäßig bis schlecht im Netz findet (statt einer, die man gut findet), da er sich bei seiner Optimierungsarbeit verzettelt.

 

Sich als Berater, Coach nicht verzetteln

Das sagten wir übrigens dem Berater Hugo Emsig so direkt nicht. Denn da die Webseite www.arbeite-weniger-verdiene-mehr.de schon fix und fertig getextet, layoutet und programmiert war, wollten wir ihn nicht frustrieren. Schließlich hatte er hierfür schon einige tausend Euro investiert. Also sagten wir ihm: „Schalte die Seite frei.“ Denn schaden tut eine solche Webseite, die kaum besucht wird, nicht. Sie ist nur überflüssig.

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