18 Mrz

Ich bin als Marketingberater ein Versager!

Ups, es ist mal wieder passiert. Ich habe mich mal wieder als absoluter „Nix-Blick“ und „Versager“ beim Texten der Webseite eines Beraters entpuppt.

 

Ein entsprechendes Feedback gab mir zumindest vergangene Woche ein Berater, nachdem ich ihm einige Tage zuvor die Entwürfe der Texte für seine Webseite gemailt hatte. Daraufhin rief er mich ein, zwei Tage später an und teilte mir sozusagen wutschnaubend mit,

  • er könne sich mit den Texten nicht identifizieren,
  • sie spiegelten nicht „das Besondere“ und „das Einzigartige“ an ihm wider, das ihn von allen anderen Beratern unterscheide, und
  • deshalb sei er auch nicht bereit, die Abschlagszahlung, die ich ihm für die ersten Text-Entwürfe in Rechnung gestellt habe, zu bezahlen.

 

„Ich bin nicht der passende Marketingberater für Sie“

Daraufhin versuchte ich ihn zu beruhigen und fragte ihn, ob er denn die Texte vor sich liegen habe und wir darüber reden könnten. Dies war selbstverständlich nicht der Fall: Der Berater saß in Auto und telefonierte via Handy. Also vereinbarten wir einen Telefontermin – am Wochenende.

 

Dieses Telefonat dauerte nicht lange. Denn unmittelbar zu Beginn teilte ich dem Berater mit, ich sei nicht in der Lage, das Besondere an ihm und seinen Leistungen zu erfassen – also könne ich es auch nicht in Worte fassen. Deshalb schlug ich ihm vor, die Zusammenarbeit zu beenden, und bot ihm an, auf das Begleichen meiner Rechnung weitestgehend zu verzichten. Hierauf verständigten wir uns.

 

„Ich bin Marketingberater und kein Tiefen-Psychologe“

Alle drei, vier Jahre mache ich denselben Fehler – weil ich offensichtlich nur bedingt lernfähig bin. Ich lasse mich von einem Trainer, Berater oder Coach, der felsenfest davon überzeugt ist, er und seine Leistungen seien (qualitativ) einzigartig, beschwatzen, seine neue Webseite zu formulieren – und scheitere stets. Unter anderem, weil besagte Trainer, Berater und Coaches mir nie sagen können,

  • warum sie und ihre Leistungen einzigartig sind beziehungsweise
  • was das Besondere an ihnen und ihre Leistungen ist.

 

Und auf entsprechende Rückfragen erhalte ich Antworten wie: „Das kann ich Ihnen auch nicht sagen: Meine Kunden spiegeln mir jedoch zurück, dass

  • „…meine Beratungen viel effektiver als die meiner Mitbewerber sind“,
  • „…meine Trainings eine viel nachhaltigere Wirkung haben“,
  • „…ich in meinen Coachings viel schneller die Knackpunkte erkenne und bearbeite“.

Frage ich dann nach „wieso“, „weshalb“, „warum“ und „worin zeigt sich das“, erhalte ich von besagten Trainern, Berater und Coaches nie eine Antwort. Ihre Selbstaussagen hängen sozusagen in der Luft. Es sind Selbst-Behauptungen, die mit nichts unterfüttert sind.

 

Einzigartig und besonders oder banal beziehungsweise schrullig?

Faktisch sind besagte Trainer, Berater und Coaches (und ihre Leistungen) zu 95 Prozent auch weder einzigartig, noch besonders. Vielmehr handelt es sich bei ihnen in der Regel um Einzelkämpfer, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten im eigenen Saft schmoren, und weder den Markt, noch ihre Mitbewerber und deren Arbeitsweise kennen.

 

Deshalb erachten sie die Gedanken, die ihnen in ihrem stillen Kämmerchen kommen als einzigartig, obwohl es sich bei ihnen – aus Marktkenner-Sicht – im besten Fall um selbstverständliche Banalitäten und im schlechtesten Fall um irgendwelche geistigen Schrullen handelt. Und ihre Beratungen, Trainings und Coachings? Sie haben bestenfalls dieselbe Qualität wie die ihrer Mitbewerber, denn diese

  • bewegen sich im selben Markt und sammeln dieselben Erfahrungen, weshalb sie auch zu ähnlichen Schlussfolgerungen (für ihre Arbeit) gelangen, und
  • sind keinesfalls „leere Hüllen“.

Als solche bezeichnete der eingangs erwähnte Berater seine Mitbewerber.

 

Auch Marketingberater brauchen zuweilen Intuition

Übrigens, er war auf das Themenfeld „Intuition“ spezialisiert. Also hätte ich seine Dienste eigentlich gut gebrauchen können, da mir offensichtlich zuweilen die Intuition fehlt (bzw. ich nicht auf mein Bauchgefühl achte) „Von diesem Auftrag lässt du besser die Finger“ … weshalb ich alle drei, vier Jahre immer wieder denselben Fehler mache.

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