25 Okt

Aus Blog-Beitrag über Jürgen Höller wird ein Artikel

Anfang September schrieb ich, nachdem ich die ARD-Doku „Der Motivationstrainer“ über den Enter-Trainer Jürgen Höller gesehen hatte, einen Beitrag hierüber in unserem Blog. Diesen las der Chefredakteur der Zeitschrift „wirtschaft+ weiterbildung“.

 

Daraufhin rief Herr Pichler am nächsten Tag bei mir an und fragte, ob er den Blogbeitrag auch als Gastkommentar in „wirtschaft+ weiterbildung“ veröffentlichen dürfe. Ich hatte selbstverständlich nichts dagegen. Anfang Oktober erschien der Artikel.

 

Auch andere Berater sehen den „Motivationstrainer“ kritisch

Seitdem erhalte ich täglich ein, zwei Mails von mir unbekannten Beratern, in denen zum Beispiel steht:

  • „Gerade las ich Ihren Gastkommentar in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Wirtschaft und Weiterbildung. Vielen Dank dafür! Sie haben exakt das geschrieben, was ich gedacht und gefühlt habe, als ich die Dokumentation über Jürgen Höller sah.“ Oder:
  • „Wir kennen uns nicht und trotzdem ist es mir einfach ein Bedürfnis, Ihnen auf diesem Wege mitzuteilen, dass Sie mir mit Ihrem Gastkommentar in der ‚wirtschaft + weiterbildung‘ 10/2018 aus der Seele gesprochen haben. Dies gar nicht mal so sehr, weil mir Herr Höller Kopfzerbrechen bereiten würde, sondern vielmehr die nicht kleine Schar der Trainer, die genau diesem von Ihnen beschriebenen Muster entsprechen. Ab und an ein bisschen Gegenwind ist da sicher sehr wertvoll! Danke!!

 

Die Person Jürgen Höller ist mir „schnurz-piep-egal“

Das freut mich selbstverständlich. Dabei geht es mir jedoch ähnlich wie der Autorin der 2. Mail: Die Person Jürgen Höller ist mir eigentlich „schnurz-piep-egal“. Was mich jedoch durchaus beschäftigt, ist die Tendenz bei vielen Trainer, Beratern, Coaches – und insbesondere Speakern, das komplexe Thema (Mitarbeiter-)Motivation auf das individuelle „Wollen“ (Eigenmotivation, intrinsische Motivation) zu verkürzen und die beiden anderen Motivationssäulen nämlich das „Dürfen“ (Struktur, Kultur) und „Können“ (Kompetenz) zu vernachlässigen. Dadurch verkommt ihr Motivationsgerede oft zu hohlen Sinnsprüchen. Und die Unternehmen? Sie werden aus ihrer Mitverantwortung für die Motivation ihrer Mitarbeiter entlassen.

 

Nicht nur Eigenverantwortung fordern, sondern auch fördern

Das ist aus meiner Warte in einem Kontext, in dem die Unternehmen nach einer immer höheren Agilität und Flexibilität streben und von den Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung und -initiative fordern, fatal, denn: Dadurch verkommt die berechtigte Debatte darüber, welche Kompetenzen und welches Persönlichkeitsprofil die Mitarbeiter der Unternehmen künftig brauchen, zu einem neo-liberalen oder postmodernen Geschwafel.

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