04 Sep

Personal Branding oder Kasperle-Theater?

Manchmal ist es zum Haare raufen. Gestern rief mich ein Berater an und sagte, er wolle eine Personenmarke werden. Deshalb brauche er dringend ein „Key Visual“, das ihn als Berater unverwechselbar mache. Ob ich ihm ein, zwei Tipps geben könne.

 

Daraufhin fragte ich ihn, was er denn mit einem „Key Visual“ meine. Seine Antwort: „Ja, so etwas, wie der Sascha Lobo mit seinem Irokesenschnitt. Oder so etwas wie die Beraterin…, die sich stets in roten Klamotten ablichten lässt. Oder so etwas wie der Coach …, bei dem man auf den Fotos stets dessen markante Tattoos auf den Oberarmen und seinen Pferdeschwanz sieht.“

 

Rat vom Personal Branding Experten & Berater

Auf meine Rückfrage, warum der Berater glaube, dass er so etwas brauche, erfuhr ich:  Der Berater war bei einem Personal Branding-Berater. Und dieser sagte ihm: „Im digitalen Zeitalter müssen alle persönlichen Dienstleister wie Berater und Coaches eine unverwechselbare Marke werden. Und um die Wiedererkennung zu gewährleisten, ist ein Key-Visual nötig.“

 

Doch leider fielen dem Personal Branding-Berater in der Beratung als Branding-Möglichkeiten nur solche Dinge ein wie eine ausgefallene Kleidung oder Frisur. Und das fand der Berater nach eigenen Worten „etwas abgegriffen“: „Denn inzwischen gibt es allein im deutschen Markt mindestens ein halbes Dutzend Berater, die sich stets mit einem Hut auf dem Kopf abbilden lassen.“

 

Personal Branding: Auf dem oder für den „Ar…“?

Bernhard Kuntz: Personal Branding Beratung

Daraufhin lag mir auf der Zunge: „Dann lassen Sie sich halt wie eine Kuh ein Brandzeichen auf den ‚Ar…‘ machen und halten Sie diesen stets in die Kamera.“

 

Doch so etwas darf ein seriöser Berater nicht sagen. Also fragte ich mein Gegenüber stattdessen, auf welches Themenfeld er denn spezialisiert sei. Die Antwort: „Change-, Projekt- und Komplexitätsmanagement“. Meine Rückfrage daraufhin: „Glauben Sie wirklich, dass Sie einen Trainings- oder Projektauftrag mehr zu diesem Themenkomplex von Ihren Zielkunden erhalten, wenn Sie einen grasgrünen Hut oder eine Donauwelle auf dem Kopf tragen?“ Die kleinlaute Antwort des Beraters: „Nein!“ Daran schloss sich selbstverständlich die Frage an: „Doch wie werde ich dann eine unverwechselbare Marke?“

 

Personal Branding oder Clownerie?

Die Antwort ist einfach und schnell gegeben: „Indem Sie zunächst Ihr Geschäftsfeld und Ihre Zielgruppe sehr scharf definieren und dann Ihren Markt mit System bearbeiten.“ Ausdauer,  Hartnäckigkeit und Konsequenz erfordert es jedoch, die hieraus resultierenden Aufgaben zu erfüllen.

 

Personal Branding Tipp: Bei Vortrag z.B. eine Clownsnase tragen

Deshalb werden wohl auch künftig manche Berater und Coaches sowie Möchte-gern-Speaker und -Influencer in den nächstgelegenen Supermarkt gehen und sich dort zum Beispiel eine Clownsnase kaufen, damit sie unverwechselbar werden.

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