04 Dez

Leiden Sie unter TBC?

Kennen Sie die Krankheit TBC? Nein, nicht die Lungenkrankheit. Sie ist in unseren Breitengraden inzwischen recht selten. Doch es grassiert eine gleichnamige Seuche, die ausschließlich Bildungs- und Beratungsanbieter befällt. Ihr Symptom: Die Infizierten beschreiben alle ihr Leistungsspektrum mit den Worten Training – Beratung – Coaching, kurz TBC.

 

Lange wurde diese Krankheit nicht erkannt. Dabei zeigten sich ihre ersten Symptome bereits vor circa 20 Jahren. Damals tauchte auf den Visitenkarten vieler Trainer zunächst der Begriff „Berater“ auf. Dann ruhte die Krankheit, bevor es vor circa zehn Jahren den nächsten Schub gab und die Infizierten ihrer Berufsbezeichnung „Trainer und Berater“ noch den Begriff „Coach“ hinzufügten. Seitdem hat sich die Krankheit dramatisch ausgebreitet. Inzwischen findet man auf fast allen Visitenkarten, Webseiten usw. von Beratern ihr typisches Erkennungsmerkmal: die Formulierung „Training – Beratung – Coaching“.

 

Angst vor klarer Positionierung

Noch rätseln die Experten, was der Auslöser dieser Krankheit ist. Klar scheint jedoch zu sein: Die Infizierten leiden unter einem mangelnden Bewusstsein über ihrer Fähigkeiten. „Was kann ich gut?“ „Was kann ich besser als meine Mitbewerber?“ „Was unterscheidet mich von ihnen?“ Auf diese Fragen wissen sie keine Antwort. Also stürzen sie sich auf alles, was ihnen zum Beispiel die Medien als Trend suggerieren – thematisch und methodisch. Einher geht diese Störung mit der Angst, zu wenige Aufträge zu generieren. „Wenn ich nicht mit dem Strom schwimme und den Unternehmen möglichst viele Leistungen offeriere, dann … “.

 

Weitgehend einig sind sich die Experten inzwischen jedoch, wie sich die Krankheit TBC auswirkt. Die Infizierten verlieren ihr Profil. Sie werden immer unsicherer und gehen in der grauen Masse der Trainer, Berater und Coachs unter. „Bloß nicht anecken.“ „Auf keinen Fall mich festlegen.“ Das sind typische Ängste der Infizierten.

 

Doch wie kann man die Erkrankung heilen? Darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander. Einig sind sie sich jedoch: nicht medikamentös. Und in der Regel auch nicht im Frühstadium. Dann ist der Leidensdruck noch zu klein. Eine Therapie ist erst möglich, wenn die Betroffenen registrieren, dass sie aus den Rennen um die begehrten Aufträge, sofern sie überhaupt zu deren Start zugelassen werden, bestenfalls als zweiter oder dritter Sieger hervor gehen. Also den Zuschlag nicht erhalten.

 

Klare Positionierung statt Alles-Könner

Dann ist die Zeit reif, um bei den Erkrankten zum Beispiel mit folgenden Fragen einen Bewusstseinswandel auszulösen:
• Warum sollten sich Unternehmen gerade für Sie entscheiden, wenn Ihr Profil und Leistungsspektrum dem von Tausenden anderer TBC-Erkrankter wie ein Ei dem anderen gleicht? Und:
• Warum zerbrechen Sie sich permanent den Kopf darüber, wie viele Aufträge (die Sie noch nicht haben) Sie verlieren, wenn Sie sich als „Spezialist für …“ präsentieren? Fragen Sie sich stattdessen einmal: Wie viele Aufträge bekomme ich gerade nicht, weil ich mich als TBC-Erkrankter (oder Fast-alles-könner) präsentiere?

 

Wenn die Erkrankten erst einmal über diese Fragen nachdenken, dann ist die Genesung meist nicht mehr weit.

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