01 Dez

Querdenker verzweifelt gesucht! Wirklich?

Im Oktober erschien das neue Buch der Beraterin Anne M. Schüller mit dem Titel „Querdenker verzweifelt gesucht: Warum die Zukunft der Unternehmen in den Händen unkonventioneller Ideengeber liegt“.

 

Buch „Querdenker verzweifelt gesucht“

In ihm schreibt die Diplom-Betriebswirtin, Managementdenkerin, Keynote-Speakerin  sowie Autorin mehrerer Fachbücher, dass die Unternehmen händeringend „Querdenker“ bräuchten und suchten. weil diese – laut Buchwerbung – „Mittler zwischen veraltetem Tun und neuen Vorgehensweisen, Lotsen in eine neue Zeit“, „Wachrüttler, Andersmacher, Vorwärtsbringer“ und, und, und sind.

 

Das Gejammer „Querdenker fehlen“ ist alt

Proklamiert wird dies seit über 30 Jahren, spätestens seit Daniel Goeudevert Vorstandsmitglied der Volkswagen AG war und sich laut Wikipedia „einen Namen als ‚Querdenker‘ machte, der gern ungewöhnliche Ansichten und Managementmethoden vertrat und dabei auch die menschliche Seite des Geschäfts nicht vergaß“.

 

Querdenker oder ‚Wachstumsfetichisten‘ gesucht?

Doch suchen die Unternehmen wirklich verzweifelt Querdenker als Mitarbeiter? Und wenn ja, welche Unternehmen? Zumindest bei den Konzernen habe ich diesbezüglich erhebliche Zweifel, denn ansonsten hätten sie diese in den letzten 30 Jahren gefunden. Hinzu kommt: Nicht alles „Quer-Gedachte“ gefällt den Kapitalgebern und deren Interessenverwaltern in den Unternehmen. Es muss schon zu ihrer Wachstumsideologie und ihrem Streben nach Gewinnmaximierung passen.

 

Deshalb werden, so meine Überzeugung, viele potentielle Querdenker in deren Assessment-Center für die künftigen „High Potentials“ schon aussortiert. Und wenn doch einer einmal durch die Maschen schlüpft? Dann wird er in Windeseile in die Norm eingepasst.

 

Das Quer-Denken in Unternehmen hat enge Grenzen

Faktisch verhält es sich in den Kapitelgesellschaften wie in den Kirchen. Wer zum Beispiel in der katholischen oder evangelischen Kirche beruflich etwas werden möchte, der muss an Gott glauben. Und wer in den Kapitalgesellschaften etwas werden möchte, der muss u.a. an die freien Märkte, ein grenzenloses Wachstum, das „Leistungsprinzip“ usw. glauben. Und das setzt dem „Quer-denken“ sehr enge Grenzen.

 

Moderne Querdenker ist oft Faktenleugner

Die einzigen „Querdenker“, die sich in den letzten Jahren übrigens vermehrt haben wie die Kaninchen, sind die Faktenleugner, die den Klimawandel, die Corona-Pandemie usw. negieren – und von diesen „unkonventionellen Ideengebern“ findet man gewiss auch so manchen in den Unternehmen, denn diese Art des Querdenkens ist in den meisten Unternehmen nicht verpönt, das Infragestellen ihrer Wachstumsideologie aber schon.

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