17 Jun

Sascha Lobo: mehr als ein erfolgreicher Selbstvermarkter

Letzte Woche erlebte ich Sascha Lobo erstmals live – im Rahmen einer Digitalkonferenz, die die Digitalstadt Darmstadt durchführte.

 

Der Titels der Vortrags des aus Funk und Fernsehen bekannten Bloggers, Internet-Unternehmers und Spiegel-Kolumnisten lautete: „Wie das Netz die Welt verändert, und was das für die Gesellschaft bedeuten kann“. Und ich muss sagen der Vortrag war kurzweilig, mit einer Prise Selbstironie gewürzt und enthielt einige Impulse für mich zum Nachdenken – mehr kann man von einem 45-minütigen Vortrag nicht  erwarten.

 

 

Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung

An den Vortrag von Sascha Lobo schloss sich eine Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung an – außer mit Sascha Lobo u.a. mit dem Oberbürgermeister von Darmstadt Jochen Partsch und der „Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung“ Prof. Dr. Kristina Sinemus.

 

Nachdem  diese einige Zeit hin- und hergewogt war, traute auch ich mich ans Mikrophon, um den Damen und Herren auf dem Podium eine Frage zum Thema „Digitalisierung und Energieverbrauch“ zu stellen  – und zwar inwieweit der steigende Energiehunger weltweit im Zuge der Digitalisierung nicht alle Bemühungen zur Energieeinsparung, um den Klimawandel zu bremsen, konterkariere bzw. obsolet mache, und hierzu nannte ich auch ein  paar Zahlen – siehe auch Blogbeitrag „Die (Neben-)Kosten der Digitalisierung“.

 

Der Oberbürgermeister verstand meine Frage anscheinend nicht – zumindest verwies er in seiner Antwort primär darauf hin, was die Stadt Darmstadt und der regionale Energieversorger für eine nachhaltige Stromversorgung und den Ausbau der erneuerbaren Energien schon alles tue. Die Ministerin schwieg. Nur Sascha Lobo ging ernsthaft auf die Frage ein und antwortete sinngemäß: Der rasant steigende Energiebedarf aufgrund der Digitalisierung sei ein Problem, doch….

 

 

Webseite von Sascha Lobo besucht

Hierfür wollte ich Herrn Lobo am nächsten Tag danken. Als rief ich seine Webseite auf, um die Kontaktdaten von ihm herauszufinden. Dort fand ich zwar die allgemeine Büro-Mail-Adresse doch unter dem Stichwort „Kontaktaufnahme“ sogleich den Hinweis: „Bitte nehmen Sie keinen Kontakt auf.“ Und unter dem Stichwort „Anfragen“ die Hinweise

  • „Bitten um Verbreitung Ihrer Inhalte ‚auf meinen Social-Media-Kanälen‘ sowie Autogrammwünsche können leider nicht erfüllt werden, bitte senden Sie mir auch diese nicht zu.“
  • „Schicken Sie mir bitte keine Pressemitteilungen, auch nicht extrem wichtige. Bitte setzen Sie mich auch nicht auf Ihre News-Verteiler.“ Und:
  • „Vorträge halte ich gern, aber grundsätzlich nicht ohne Honorar.“

 

Mir gefielen diese klaren Aussagen, denn anders könnte sich eine so omnipräsente Person wie Sascha Lobo vor Anfragen gleich welcher Art vermutlich nicht retten.

 

Eine klare Positionierung und Haltung

Mir gefiel auch, dass Sascha Lobo auf seiner Webseite unter dem Stichwort „Transparenz“ – nicht nur die Unternehmen, an denen er beteiligt ist, sondern auch seine Auftraggeber seit 2011 auflistet. An dieser Transparenz könnte sich u.a. so mancher Talkshow-Gast, der beispielsweise mit der von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verbandelt ist, ein Beispiel nehmen.

 

Kein Zweifel Sascha Lobo ist ein Meister der Selbstvermarktung. Doch er hat mit seinem roten Irokesenschnitt nicht nur ein einprägsames „Key visual“, er hat auch etwas zu sagen – und zudem anscheinend auch eine klare Haltung. Unter dem Strich heißt dies: Unsere Unterstützung als Marketingberater für Berater brauche er nicht. Im Gegenteil! Wir können vom Fallbeispiel Sascha Lobo noch einiges lernen.

 

Mir unterlief ein peinlicher Fauxpas

Übrigens mir unterlief, als ich meine Frage am Mikrophon stellte, ein peinlicher Fauxpas. Kaum hatte ich meine Frage gestellt, bimmelte lautstark mein Handy. Dieses hatte ich nicht ausgestellt, da nur fünf, sechs Personen meine Handy-Nummer kennen und ich nur alle drei, vier Monate einen Handy-Anruf erhalte.

 

Just in diesem Moment rief jedoch eine meiner Töchter an, die sich seit Jahren schon nicht mehr via Handy bei mir gemeldet hatte – und ich wäre am Liebsten im Erdboden versunken.

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