20 Dez

Selbstständige Coaches & Berater: Vorsicht KSK

Heute Morgen. Ein panischer Anruf der Geschäftsführerin unseres zweigrößten Kunden: „Wir haben eine Steuerprüfung, und für Ihre Leistungen sind rückwirkend Beiträge für die Künstlersozialkasse zu zahlen.“

 

Deutlich hörte man der Stimme der Geschäftsführerin an: Ihr steht der Panik-Schweiß auf der Stirn. Zu Recht! Denn angenommen ihr Unternehmen würde pro Monat für unsere (Online-)PR- und Marketing-Unterstützung 1.000 Euro bezahlen, dann hätte es uns in den letzten zehn Jahren eine Honorarsumme von 144.000 Euro gezahlt, und hierfür wären wiederum ca. 7.000 Euro Beiträge an die Künstlersozialkasse nachzuzahlen.

 

Zum Glück konnte ich die Geschäftsführerin beruhigen: „Keine Panik! Sie müssen null Euro nachzahlen, denn unser Unternehmen ist eine GmbH – also eine juristische Person. Deshalb werden keine KSK-Beiträge fällig.“

 

Ihr Layouter, PR-Berater: eine juristische Person?

Die KSK war übrigens der einzige Grund, warum ich mein Unternehmen 2009 von einer Personengesellschaft in eine GmbH umwandelte. Denn damals hatten wir schon einmal die Situation, dass bei einem Großkunden eine Steuerprüfung stattfand. Und weil wir noch eine Personengesellschaft waren, erhielt er einen Bescheid, fast 14.000 Euro nachzubezahlen.

 

Das freute unseren Kunden selbstverständlich nicht. Also stellte er uns vor die Alternative: „Entweder Ihr übernehmt mindestens die Hälfte der Kosten oder unsere Zusammenarbeit ist beendet. Denn ich sehe nicht ein, dass ich, nur weil Ihr keine GmbH seid,….“

 

Ich biß in den „sauren Apfel“,,, und entschied: Ich wandle mein Unternehmen in eine GmbH um, denn dies ist die einzige Chance als PR-Unterstützer, Layouter, Fotograf usw. – kurz, Angehöriger eines „kreativen Berufs“ – den Klauen der KSK zu entgehen. Denn selbst wenn ein „Kreativer“ kein KSK-Mitglied und nicht KSK-versichert ist, müssen dessen Kunden KSK-Beiträge entrichten – und zwar aktuell stets 4,8 Prozent der Netto-Honorarsumme. So ist die gesetzliche Regelung.

 

Berater, Coaches wollen nicht mehr Büro-Arbeit

Für uns hat die Rechtsform einer GmbH eigentlich nur Nachteile – unter anderem wegen der höheren buchhalterischen Pflichten. Doch was hätte ich ansonsten tun sollen? Meine Kunden ließen mir, als ich sie fragte, sozusagen keine Wahl – nicht mal wegen der zusätzlichen KSK-Beiträge, die sie ansonsten regelmäßig hätten entrichten müssen, um auf der steuerrechtlich sicheren Seite zu sein. Die fielen für sie gar nicht so sehr ins Gewicht. Viel schwerer wog für sie, dass sie jedes Mal, wenn sie von uns eine Rechnung über Leistungen erhalten, am Monatsende selbst eine entsprechende Meldung an die KSK hätten senden müssen. Dazu hatten sie schlichtweg „keinen Bock“.

 

Das signalisierten sie mir deutlich: „Ich versuche meine Administration so schlank wie möglich zu halten, damit ich als Berater wenigsten am Wochenende meine Ruhe habe. Und dann soll ich jeden Monat die KSK-Beiträge ausrechnen, ein Formular ausfüllen und, und, und …nur weil Ihr…“ Also wurden wir eine GmbH.

 

Tipp für selbstständige Berater: Steuer-Berater fragen

Den meisten Trainern, Beratern und Coaches ist nicht bewusst, dass sie, wenn sie schreiberische oder gestalterische Leistungen von Freelancern einkaufen, auch stets Beiträge an die KSK entrichten müssten – um irgendwann nicht steuerrechtlich abgestraft zu werden. Darauf weisen die Freelancer und Inhaber von Personengesellschaften ihre Kunden auch fast nie hin.

 

Deshalb mein Tipp: Lassen Sie mal von Ihrem Steuerberater checken, ob Sie für die Marketing- und Kreativ-Leistungen, die Sie einkaufen, KSK-Beiträge entrichten müssen. Denn sonst kann das Erwachen bitter sein.

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