30 Mai

Leadership-Studie: Führungskompetenzen im digitalen Zeitalter

Eine Meta-Studie des IFIDZ zeigt: Die Anforderungen an Führungskräfte werden im digitalen Zeitalter zwar vielschichtiger und komplexer, doch entscheidend bleibt die Beziehung von Mensch zu Mensch.

 

„Welche Kompetenzen benötigen Führungskräfte, um im Zeitalter der Digitalisierung erfolgreich zu führen?“. Um dies herauszufinden, analysierte unser Kunde das Institut für Führung im digitalen Zeitalter (IFIDZ) 61 Studien und Umfragen zum Thema Führung aus den Jahren 2012 bis 2018 und erstellte ein Kompetenz-Ranking.

 

Für Meta-Studie 61 Leadership-Studien ausgewertet

Hiermit verfolgte das IFIDZ zwei Ziele:

  1. Den Verantwortlichen in den Unternehmen einen Impuls für eine intensive Reflexion und Auseinandersetzung mit den relevanten Führungskompetenzen im digitalen Zeitalter zu geben. Und:
  2. Ihre Sensibilität dafür zu schärfen, welche Führungskompetenzen im Kontext der digitalen Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft an Bedeutung gewinnen – verglichen mit den anderen Kompetenzen.

 

Von den für die Meta-Studie ausgewerteten Studien

  • waren mehr als die Hälfte (59 %) Online-Befragungen,
  • knapp einem Viertel (23 %) lagen qualitative Experteninterviews zugrunde und
  • bei circa 8 Prozent wurde eine standardisierte Befragung durch qualitative Expertengespräche ergänzt.

In 42 Prozent der Primärstudien und Umfragen wurden ausschließlich Führungskräfte befragt, in 28 Prozent auch Mitarbeiter, in 12 Prozent Führungskräfte und Experten und in 18 Prozent ausgewählte Personengruppen wie Führungsnachwuchskräfte oder Wissenschaftler. Die kleinste Befragungsgruppe umfasste acht und die größte 28.358 Teilnehmer. In Summe wurden in den Primärstudien und -umfragen 101.892 Personen befragt.

 

Bei der Auswertung in der Meta-Studie handelt es sich um eine formal-deskriptive Inhaltsanalyse. Das heißt, analysiert  wurde primär, wie häufig werden gewisse Kompetenzen als relevante Führungskompetenzen in den Executive Summaries und Zusammenfassungen genannt. Eine inhaltliche Detailanalyse der Studien erfolgte nicht.

 

Diskussion über Führung ist ein fortlaufender Prozess

Beim Erstellen der Meta-Studie war dem IFIDZ bewusst: Eine Analyse von 61 Studien und Umfragen kann kein verlässliches und abschließendes Bild der relevanten Führungskompetenzen im digitalen Zeitalter zeichnen. Dies auch vor dem Hintergrund nicht, dass die Diskussion darüber, welche Kompetenzen Führungskräfte künftig brauchen, eine fortlaufende ist, die zudem in einem sich verändernden Umfeld stattfindet. In ihrem Verlauf verändert sich auch die genutzte Terminologie.

 

So fällt zum Beispiel auf, dass in den Studien 2012 bis 2015 beispielsweise die Begriffe Agilität, Ambidextrie und Disruption noch recht selten verwendet werden, weshalb sie in der Meta-Studie auch nicht in den Top-20 der am häufigsten genannten Kompetenzen stehen. Anders sieht dies in den im Zeitraum 2016 bis 2018 erstellten Studien aus. In ihnen spielt zumindest der Begriff Agilität fast durchgängig eine wichtige Rolle.

 

Insofern bedürfen auch die Ergebnisse der Meta-Studie und das damit verknüpfte Kompetenz-Ranking selbst einer Interpretation. Dessen ungeachtet liefern sie jedoch einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Diskussion über das Thema Führung und die Entwicklungslinien, die sich in ihr bezüglich der relevanten Anforderungen und Erwartungen an Führungskräfte im digitalen Zeitalter abzeichnen.

 

Drei Arten von Leadership-Kompetenzen

Insgesamt werden im Kompetenz-Ranking der Meta-Studie 86 Führungskompetenzen aufgelistet, die den der Meta-Studie zugrunde liegenden Primärstudien zufolge,  eine Relevanz für den Führungserfolg haben. Dabei werden drei Kompetenz-Arten unterschieden.

  • Analoge“ Kompetenzen: Sie umfassen Kompetenzen, die bereits im „vor-digitalen Zeitalter“ (z. B. in den 1980er Jahren) bekannt und relevant waren und die sich in ihrem Wesen und Inhalt nicht oder nur marginal geändert haben.
  • Analogitale“ Kompetenzen: Sie umfassen Kompetenzen, die zwar schon im „vor-digitalen Zeitalter“ bekannt und relevant waren, die sich aber durch die Digitalisierung in ihrem Wesen und Inhalt signifikant verändert haben.
  • „Digitale“ Kompetenzen: Sie umfassen Kompetenzen, die im „vor-digitalen Zeitalter“ entweder noch nicht existierten oder kaum Bedeutung hatten und erst im Kontext der Digitalisierung relevant wurden.

 

Analoge, analogitale und digitale Kompetenzen

Die in den Primärstudien am häufigsten genannten „analogen“ Kompetenzen sind:

  • Veränderungsfähigkeit (39 Prozent),
  • Wertschätzung (33 Prozent) und
  • Innovationsfähigkeit (30 Prozent).

Die am häufigsten genannten „analogitalen“ Kompetenzen sind:

  • Kommunikationsfähigkeit (57 Prozent)
  • Netzwerkfähigkeit (26 Prozent) und
  • Entscheidungsfähigkeit (25 Prozent).

Die am häufigsten genannten „digitalen“ Kompetenzen sind:

  • Transparenzorientierung (31 Prozent),
  • Digital-/IT-Kompetenz (28 Prozent) und
  • Heterarchiefähigkeit (26 Prozent).

 

Summary der Leadership-Meta-Studie anfordern

Nähere Infos über die „Meta-Studie 2019: Führungskompetenzen im digitalen Zeitalter“ finden Interessierte auf der Webseite des IFIDZ. Dort können sie in der Rubrik „Studien“, sofern gewünscht, auch kostenlos ein Management-Summary der Meta-Studie anfordern, in der die Studienergebnisse dargestellt und erläutert werden.

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