16 Jul

Berater-Website für mobile Endgeräte konzipieren?

„Macht Eure Website primär fit für mobile Internet-Suchabfragen, denn über 50 Prozent der Suchabfragen erfolgen inzwischen per Smartphone und Tablet.“ Diesen Rat geben Online-Marketing-Agenturen oft ihren Kunden.

 

Entsprechend viele Websites, die als sogenannte One-Pager konzipiert sind, findet man inzwischen im Netz – auch von Trainern, Beratern und Coaches. Diese Seiten zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie

  • in der Regel aus vielen Bildern und wenig Text bestehen und
  • die zentralen Inhalte auf eine Seite, die Homepage der Website, gepackt sind, von der aus man dann eventuell über einen Link zu weiterführenden Infos gelangt.

 

One-Pager nerven bei der gezielten Info-Suche

Ein weiteres Kennzeichen dieser Websites ist: Im Kopf der Homepage, also der Startseite, steht entweder kein Menu, was auch nicht nötig ist, wenn entsprechende Unterseiten fehlen. Und wenn ein solches vorhanden ist? Dann springt die Seite, wenn man einen Menupunkt anklickt, nur auf die entsprechende Stelle auf der Homepage.

 

Nach B2B-Beratungsleistungen wird primär im Büro gesucht

Websites, die so konzipiert sind, mögen „modern“ anmuten und für Personen, die mit ihrem Smartphone im Internet unterwegs sind, auch ganz nett sein. Doch für Besucher, die in ihrem Büro am PC sitzen und sich zum Beispiel über einen Berater und dessen Leistungen informieren möchten, sind sie eine Qual. Denn wenn im Kopf der Website ein Menu fehlt, können sie, wenn sie sich zum Beispiel über die Seminarangebote eines Beraters oder dessen Biografie informieren möchten, die betreffenden Seiten nicht direkt anklicken. Sie müssen stattdessen den Endlos-Text-Bild-Bandwurm auf der Homepage durchscrollen, bis sie endlich eventuell auf die gewünschten Infos stoßen. Das nervt! Zumal man die gewünschten Infos, wenn man die Website ein, zwei Tage erneut aufsucht, nicht schnell wiederfindet.

 

One-Pager lassen sich kaum für die Websuche optimieren

Hinzu kommt: Da die One-Pager keine Unterseiten haben, kann man sie auch nur auf ein zwei Suchbegriffe im Netz suboptimal optimieren – auf mehr Begriffe beziehungsweise ein breiteres Begriffsfeld nicht, denn hierfür bräuchte man weitere Unterseiten. Entsprechend schwer findet man die meisten One-Pager bei der Suche im Internet, außer man gibt zum Beispiel den Namen des Beraters oder den Namen seines Unternehmens als Suchbegriff bei Google & Co ein. Deshalb erfüllt eine solche Website die zentrale Grundfunktion einer Website nicht: Sie muss, wenn potenzielle Zielkunden eines Beraters im Netz nach dessen Leistungen suchen, gefunden werden. Denn wenn niemand die Website findet, kann sie auch keine werbende Wirkung entfalten.

 

Deshalb kann man solche Websites eigentlich nur Motivations- und Erfolgstrainern und Speakern empfehlen,

  • deren Kernbotschaften sich ohnehin in ein, zwei Sätzen zusammenfassen lassen und
  • die als selbstverliebte G-Promis (oder Z-Promis) mit ihren Kunden bzw. Fans in den Spuren von Donald Trump & Co bevorzugt über Twitter, Facebook & Co kommunizieren und ihnen am liebsten schöne Bildchen von sich selbst senden.

 

B2B-Berater brauchen eine normale, informative Website

Alle anderen Berater, die etwas mehr zu sagen haben und deren Leistungen nicht nur aus ein, zwei Standardvorträgen und einem „Powerday“ bestehen, seien vor dem Konzipieren einer solchen Website gewarnt. Dies gilt insbesondere für die Berater, die im B2B-Bereich tätig sind.

 

Denn es stimmt zwar, dass inzwischen die meisten Internet-Suchabfragen mobil erfolgen. Doch auf wen entfällt das Gros dieser Suchabfragen? Auf Privatpersonen, die zum Beispiel

  • zu Hause am Frühstückstisch sitzen und das Wetter googeln, oder
  • auf dem Sofa liegen und sich über die neusten Angebote bei Ebay und von Netflix informieren, oder
  • im Bus die Schwachsinns-Sensations-Meldungen von T-Online lesen oder schauen, wo die nächste Dönerbude ist.

 

Im B2B-Bereich dominieren Besucher von stationären Endgeräten

Wer hingegen jobbedingt zum Beispiel nach einer Changeberatung oder einem Vertriebscoaching oder einem Lean-Management-Seminar oder Projektmanagement-Training sucht, der macht dies nicht in seiner Freizeit vom Sofa aus, sondern im Büro an seinem PC.

 

Deshalb registrieren wir bei allen Beratern, deren Websites wir für die Websuche optimieren und betreuen und die im B2B-Bereich zu Hause sind: 70 bis 80 Prozent der Besucher kommen auch heute noch über Desktop-Geräte und nicht über mobile Endgeräte auf ihre Website – selbst wenn die Seite primär für mobile Endgeräte optimiert ist.

 

Besucher über stationäre Endgeräte verweilen deutlich länger

Und schaut man, wie lange die Besucher auf der Website verweilen, dann stellt man fest: Die Verweildauer der Besucher, die über Desktop-Geräte kommen, ist in der Regel fünf- bis sechsmal so hoch wie die der Besucher, die über mobile Endgeräte kamen.

 

Die Ursachen hierfür sind: Die „mobilen“ Besucher sind entweder (Privat-)Personen, die irrtümlich auf der Seite gelandet sind und sich gar nicht für die dort angebotenen Leistungen interessieren, oder es ihnen zu mühsam, das, was der Berater über das Thema Change-, Projekt-, Lean- oder Vertriebsmanagement schreibt, auf dem kaum mehr als eine Zigarettenschachtel großen Display ihres Smartphones zu lesen – also verabschieden sie sich wieder, im Idealfall mit dem Vorsatz: Diese Website schaue ich mir, wenn ich im Büro bin, noch einmal genauer an – was vermutlich sehr selten geschieht.

 

Fürs Geschäft der B2B-Berater sind mobile Besucher kaum relevant

Deshalb kann die Botschaft an alle Berater, die im B2B-Bereich tätig sind, nur lauten: Entscheidend ist, dass die Personen, die in den Büros an Desktop-Geräten sitzen, Ihre Website nicht nur bei der Netzsuche schnell finden, sondern auch auf dieser die Inhalte, nach denen sie suchen. Tendenziell vernachlässigen können sie hingegen die Handy-Nutzer, die zuhause auf dem Sofa sitzen. Denn die kaufen ihr Produkt ohnehin nicht – zumindest nicht in ihrer Freizeit.

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